Am nächsten Tag stehen wir in Paracas bereits um 7 Uhr auf, für eine Bootstour zu den Islas Ballestas, um Seelöwen, ganz viele Seevögel und Pinguine zu sehen. Ich habe im Nachhinein sehr gemischte Gefühle zur Bootstour. Das Boot recht groß, schnell und mit viel Auspuff. Dadurch hat sich die Tour sehr invasiv angefühlt. Ich habe das Gefühl, dass die Tierwelt dort nicht genug geschützt wird, und dass wenn sie mit dem Tourismus so weiter machen, es dort bald überhaupt keine Tiere mehr gibt. Das hat mich dann irgendwie traurig gemacht. Die Bootstour würde ich auf jeden Fall so nicht noch einmal machen.
Durch das natürliche Klimaphänomen „El Niño“, das durch den Klimawandel verstärkt wird und die Meerestemperatur vor der Küste Perus um ein paar Grade erwärmt, gibt es gerade eine echte Krise in Peru. Es soll eines der schlimmsten „El Niño“ Ereignisse seit Jahrzehnten werden mit Überschwemmungen an der Küste. Da der kalte nährstoffreiche Humboldt-Strom vor der Küste Perus ausfällt, gibt es viel weniger Fische, wodurch nicht nur die für Peru wichtige Fischindustrie leidet, sondern auch viele Meeresebewohner kein Futter mehr bekommen. Deswegen sind auch auf den Islas Ballestas, wohin wir die Bootstour machen, weniger Tiere als gewöhnlich.
Am kleinen Hafen von Paracas wimmelt es nur von Pelikanen.
Das Boot war ein wenig überfüllt.
Die ersten Seelöwen bereits am HafenInkaseeschwalben (links) und Kormorane (rechts) auf den FischerbootenGanz viele Guanotölpel an der Küste.Ein weiterer Geoglyph: der Candelabro (Zweck und Erbauer unbekannt)Langsam nähern wir uns den Islas Ballestas.HumboldtpinguineEin Seelöwe am SchlafenNochmal ganz viele Guanotölpel. Es gab in Peru eine Art Guano-Boom, der in der Vergangenheit für einen wirtschaftlichen Aufschwung gesorgt hat. Der weiße Vogelmist dieser Vögel wurde einst als wertvoller Guano-Dünger in die Welt exportiert. Selbst heute noch wird es teilweise abgebaut, wovon die Konstruktion rechts im Bild zeugt.SeelöwenNach einer Stunde ging es dann wieder zurück zum Ort ParacasZurück in Paracas haben uns die Pelikane am Strand begrüßt.Paracas ist ein sehr schöner aber auch sehr touristischer Ort.
Zurück im Hostel
Danach ging es direkt mit dem Bus zur Reserva Nacional de Paracas, eine geschützte Halbinsel. Hier trifft Wüste auf Meer.
Wal- und Schildkrötenskellete – ich bin nicht so Fanein toter Seelöwe am StrandBei diesem Vogel wurde uns gesagt, dass er sich dort hinstellt um zu sterben. So machen die Tiere das hier wohl. Dann wird er anschließend von einem Geier gefressen. Keine Ahnung, ob das stimmt. Es macht den Ort aber auf jeden Fall ganz schön depressing.Noch mehr tote Seelöwen – meine Stimmung auf einem TiefpunktEin schöner Strand
Pelikane dürfen natürlich nicht fehlen
Der Abend war geprägt von wilden Pelikanen, einen schönen Sonnenuntergang und einer leckeren veganen Ceviche.
Die Pelikane waren mein persönliches Highlight von Paracas.
vegane Cevicheein Hund
Tag 4 – Tambo Colorado
Am nächsten Tag ging es für mich dann alleine nach Tambo Colorado, eine ehemalige Inkafestung und -siedlung. Dafür musste ich erst in die nahgeliegende Stadt Pisco und dann weiter mit dem Colectivo, eine Art kleiner Sammelbus.
Morgens in PiscoIrgendwo im Nirgendwo lässt mich der Wagen raus
Tambo Colorado ist weitaus weniger touristisch als Nazca, Huacachina und Paracas. Es war nämlich kaum jemand dort und der Mann, der dort arbeitet, hatte mir gesagt, dass an manchen Tagen niemand kommt. Und dabei gilt es als die besterhaltene Inkaruine an der Küste von Peru.
Die Ruine in Kombination mit der Landschaft waren echt beeindruckend, auch wenn ich mich wegen der intensiven Sonneneinstrahlung nicht lange dort aufhielt, um nicht zu verbrennen.Hier führt auch einer der vielen Inkawege durch, die das Inkareich, das sich von Südkolumbien bis nach Zentralchile erstreckte, verbanden.Im Foto links erkennt man noch etwas rote Farbe an den Wänden. Es soll wohl mal so ausgesehen haben wie im Bild rechts.
Und dann wurde es auch schon Zeit, die 5-stündige Heimreise nach Lima anzutreten,In Pisco nehme ich einen Bus an der Straße.
Kurz bevor ich nach Hause komme, hole ich meine Schlüssel aus der Tasche und kann meinen Augen nicht trauen: der Affe von den Nazca-Linien war die ganze Zeit im Schlüssel eingeprägt und ich habe es die letzten zwei Monate nie gemerkt. Was für eine schöne Überraschung am Ende einer beeindruckenden Reise.
Ein Haken hatte diese Reise: es gab kaum Zeit für die anstehenden Klausuren zu lernen. Am Sonntag kam ich zurück, Montag und Dienstag hatte ich bereits jeweils eine Klausur. Viel Zeit zum Lernen blieb da nicht mehr, aber ich habe es natürlich trotzdem geschafft. Man muss eben manchmal Prioritäten setzen…
Lima, Province of Lima, Lima Metropolitan Area, Lima, Peru Nazca, Nasca, Province of Nasca, Ica, 11401, Peru Huacachina, Ica, Province of Ica, Ica, 11004, Peru Paracas, Province of Pisco, Ica, 11550, Peru Tambo Colorado, Vía de los Libertadores, Fundo Casablanca, Huaya Grande, Humay, Province of Pisco, Ica, Peru
Freute mich über deine Zeit in Peru auf Deutsch zu lesen! Tolle Bildern. Peru sieht sehr schön aus. Hoffentlich kann ich dort nächstes Jahr reisen. Viel Spaß. LG
Hallo Sanjiv, vielen Dank für deinen Kommentar. Es wäre mega cool, wenn du tatsächlich kommen kannst. Hoffentlich klappt es. Machu Picchu steht ganz oben auf meiner To-do-Liste. LG
2 Kommentare
Sanjiv Pradhanang
Freute mich über deine Zeit in Peru auf Deutsch zu lesen! Tolle Bildern. Peru sieht sehr schön aus. Hoffentlich kann ich dort nächstes Jahr reisen. Viel Spaß. LG
Angelos
Hallo Sanjiv, vielen Dank für deinen Kommentar. Es wäre mega cool, wenn du tatsächlich kommen kannst. Hoffentlich klappt es. Machu Picchu steht ganz oben auf meiner To-do-Liste. LG