Deutsche Beiträge,  Reisen

Eine Reise in den Amazonas – Part I: CUSCO

Das Semester an der Uni hat gerade erst vor zwei Wochen angefangen und schon habe ich eine Woche gefehlt. An der Uni konnte man nämlich einen sehr speziellen Kurs wählen, der nur für die ersten beiden Wochen dauert: Conservation of the Peruvian Amazon (Naturschutz im peruanischen Amazonas-Regenwald). Dieser Kurs ist mein einziger englischsprachiger Kurs und wird von einem US-Amerikaner gelehrt. Es ist auch mein einziger Kurs, an dem fast nur (bis auf einen Peruaner) Austauschstudierende teilnehmen. Zugegebenermaßen waren von den etwa 20 Personen im Kurs über die Hälfte wiederum aus Deutschland und ein Drittel aus Frankreich. Die erste Woche hatten wir täglich Vorlesungen über Biodiversität, menschliche Zerstörung und Naturschutzmaßnahmen im Amazonas. Die zweite Woche machten wir dann eine 9-tätige Exkursion in den Regenwald. Jede Menge Bilder und Erfahrungen also, wie ihr euch denken könnt. Deswegen teile ich es auf drei Beiträge auf: Cusco, Soqtapata und Finca Las Piedras.

Tag 1 – Ankunft in Cusco

Am Samstag, den 22. August, stehen wir morgens um 6 Uhr auf, um zum Flughafen zu fahren. Es ist ein echt seltsames Gefühl am Flughafen zu sein, wenn man gerade erst zwei Wochen vorher dort in Peru gelandet ist. Und eigentlich schon fast dumm in Rahmen eines Kurses, der mit Naturschutz zu tun hat, mit dem Flugzeug zu fliegen. Die Alternativen wären gewesen, entweder 25 Stunden mit dem Bus durch die Anden zu fahren und ein Tag mehr an der Uni zu verpassen, oder nicht am Kurs teilzunehmen. Ich habe mich letztlich für den Flug entschieden, und so hebt um 9:30 Uhr unser Flugzeug nach Cusco ab.

Neben mir saß eine Peruanerin, die zum ersten Mal in ihren Leben nach Cusco flog. Sie sagte zu mir, dass man keine richtige Peruanerin ist, wenn man noch nie in Cusco gewesen ist. Aber dafür war sie schon mal in Rom. Ist man ein richtiger Europäer, wenn man noch nie in Rom war?

Cusco liegt auf etwa 3400m Höhe und auch wenn wir nach dem Landen die Höhe anfangs noch nicht gespürt haben, setzen bald leichte Kopfschmerzen ein. Zum Glück gab es in unserem Hostel Coca-Blätter, die man entweder einfach etwas kauen konnte und für eine Zeit im Mund behielt oder als Tee aufgießen konnte. Coca hilft gegen Höhenkrankheit und gibt Energie, und die Blätter an sich sind, anders als Kokain, keine Droge und harmlos.

Dann haben wir ein wenig die Stadt Cusco erkundet, auch wenn nicht viel Zeit blieb, da wir auch noch Gummistiefel, Regenponchos und Snacks für die darauffolgenden Tage besorgen mussten. Ein paar Eindrücke von Cusco habe ich trotzdem bekommen.

Auf dem Obstmarkt (oben). Als ich den Kokosnussstand sah, konnte ich nicht widerstehen (rechts), auch wenn es nicht die frischesten Kokosnüsse waren, weil sie ja eigentlich an der Küste wachsen.

Die Kartoffel kommt ursprünglich aus Peru, dementsprechend gibt es auch zahlreiche Kartoffelsorten. Dieser Kartoffelstand hatte eine Auswahl davon.

Links: Überall in Cusco werden Medikamente gegen Höhenkrankheit verkauft, ich habe auf die natürliche Variante (Coca-Blätter) gesetzt.

Abends liege ich bereits um 9 Uhr im Bett völlig erschöpft von der Höhe.

Tag 2 – Fahrt von Cusco nach Soqtapata

Am nächsten Tag stehe ich gut gelaunt um 4:30 Uhr morgens auf. Die Höhenkrankheit vom Tag zuvor war wie weggezaubert und ich war bereit für die 5-stündige Busfahrt nach Soqtapata – unser erstes Ziel im peruanischen Regenwald auf 1000m Höhe. Um 5 Uhr morgens geht es in Cusco bereits los, um den Morgenverkehr zu umgehen. Um nach Soqtapata runterzufahren, mussten wir jedoch zunächst eine Scharte überqueren, bis zu fast 5000m.

Unsere erste Haltestelle: ich versuche bereits meine erste Pflanze zu bestimmen mit der App iNaturalist, die wie für unseren Kurs verwenden (rechts).

Lima, Province of Lima, Lima Metropolitan Area, Lima, 15001, Peru

Cuzco, Distrito de Cusco, Province of Cusco, Cusco, 08001, Peru

Abra Pircuyani, Ocongate, Province of Quispicanchis, Cusco, Peru Soqtapata Conservation Concession, Camanti, Province of Quispicanchis, Cusco, Peru

Hier die Fortsetzung: Eine Reise in den Amazonas – Part II: SOQTAPATA

Eine Antwort schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert